Publikationen

- Jahreskarte 1994

Bild:
FORIO, Öl auf Leinwand, 68 x 90 cm, 1962

Jahreskarte 1994 als

ERNST SCHUMACHER

geboren 1905 in Mönchengladbach, gestorben 1963 in Berlin

Ernst Schumacher folgte seiner künstlerischen Begabung schon sehr früh temperamentvoll und kompromißlos. Bereits 1921 arbeitet er im Atelier von Bruno Goller in Düsseldorf und 1922 wird er Mitglied der revolutionären Künstlervereinigung "Junges Rheinland ". Erste Ausstellungen bei Mutter Ey und in der Düsseldorfer Kunsthalle zeigen ihn mitten in der rheinischen Szene. Demgegenüber stehen sommerzeitliche Reisen nach Holland, Südfrankreich, Capri und Korsika. Sie vertiefen seine Beziehungen zur französischen "peinture", beispielsweise zum Fauvismus eines M. de Vlaminck und zur bildsystematischen Arbeit eines Paul Cézanne. Zeitlebens maßgebend bleibt für Ernst Schumacher das Malen mit dem Motiv, dem aufgebauten Stilleben oder dem besonderen Ort in Stadt und Landschaft.

In den 30er Jahren zieht es Schumacher in die großen Metropolen Paris und Berlin. Die nördlichen Küstenlandschaften, Orte wie Hiddensee, Leba oder Arenshoop bereichern zusätzlich seine Motivwelt. Einzelausstellungen und Gruppenengagement kennzeichnen, z.B. bei der Neugründung der "Berliner Sezession" - u.a. zusammen mit Werner Gilles aus Rheydt - seine künstlerische Selbständigkeit, aber auch die große Bedeutung, die die Künstlerfreundschaft für ihn hat. Sie bewährt sich auch in den Jahren völliger Zurückgezogenheit vor politischer Maßregelung und vor den Auswirkungen des Bombenkrieges in Schwarzenbach an der Saale, wo er bis 1947 bleibt.

An der allmählich wieder einsetzenden Ausstellungstätigkeit der Nachkriegszeit vor allem auch im Ausland nimmt Ernst Schumacher regen Anteil. K. Hofer beruft ihn an die Hochschule für Bildende Künste, Berlin. Er lehrt dort bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1963. 1954 erhält er den Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf.

Ernst Schumachers Malerei hat sich, im Gegenzug zur herrschenden Tendenz seiner Zeit, vom Gegenständlichen nie gelöst. Treu bleibt er seiner Arbeit an einem Bildgefüge, das ohne illusionistischen Glanz in großer materieller Dichte und Schwere Äquivalent zum Motiv werden kann und sich dabei behauptet.

Joachim Peter Kastner