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- Jahreskarte 2003

Foto:
Remigiuskirche, Alter Markt, um 1950 (Stadtarchiv)

Jahreskarte 2003 als

RUTH KAISER

  • 1921 Am 4. Februar wird sie als Tochter von Franziska und Wilhelm Braun in Viersen geboren.
  • Der Vater gründet im Laufe der zwanziger Jahre in Viersen ein Foto- und Radiogeschäft.
  • 1937 bis 1940 Besuch der „Meisterschule des deutschen Handwerks“ in Krefeld.
  • 1940 Fotografenlehre in Mönchengladbach.
  • 1943 Gesellenprüfung.
  • 1946 Wiedereröffnung des im Februar 1945 zerstörten Geschäfts auf der Hauptstraße.
  • 1947 Nach dem Tod des Vaters Weiterführung der Firma „Foto-Radio-Braun“, zusammen mit ihrem Bruder Rolf und ihrer Mutter.
  • 1948 Meisterprüfung.
  • Schwerpunkte der Arbeit sind zunächst das Atelier und die Fotoabteilung des Geschäfts sowie Architekturaufnahmen im Auftrag der Städte Viersen und Mönchengladbach.
  • 1949 Eheschließung mit dem Maler und Grafiker Hanns-Josef Kaiser
  • 1950 und 1952 Geburt der beiden Söhne.
  • Seit den fünfziger Jahren ist sie Mitglied der Mönchengladbacher Kunstgemeinschaft „Die Planke“ und beteiligt sich regelmäßig mit Plastiken, später auch mit Fotografien an deren Ausstellungen.
  • 1960 Als neuer Arbeitsbereich kommt die Museumsfotografie hinzu.
  • 1979 Aufgabe des Porträtateliers. Konzentration auf die anderen fotografischen Gebiete und intensivere Beschäftigung mit der Landschaftsfotografie.
  • Zwischen 1983 und 1986 erscheinen mehrere Bildbände mit ihren Aufnahmen vom Niederrhein.
  • 1987 Berufung zum Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Fotografie.
  • 2000 Am 30.November stirbt Ruth Kaiser in Viersen.

Die stadtgeschichtlich interessanten Teile ihres Fotoarchivs vermacht sie dem Stadtarchiv Viersen.
Ruth Kaiser hat die Bau- und Wiederaufbaugeschichte Viersens nach dem Zweiten Weltkrieg von Anfang an und bis ins hohe Alter fotografisch begleitet - teils im öffentlichen Auftrag, teils aus eigenem Antrieb, teils aber auch mit Widerstreben, wie sie selbst gelegentlich eingeräumt hat. Wenn sie diese frühen Fotos später betrachtete, sei ihr immer sofort eingefallen, dass „ich die eigentlich gar nicht machen wollte, dass ich dieses kaputte Viersen eigentlich nicht fotografieren wollte. Zuerst hatte ich keine Kamera, und später widerstrebte es mir. Es war alles so deprimierend.“ - Mit der Zeit jedoch wandelte sich das äußere Bild der Stadt, und auch die Einstellung der Fotografin zu den inzwischen historisch gewordenen Bildern, die sie von dieser Stadt gemacht hatte, veränderte sich.
„Dass man vieles von dem Alten liebt und schätzt und behalten möchte, ist klar. Dass man einiges oder auch vieles von den modernen Sachen schön findet, ist auch klar. Aber es ist natürlich schon gut, dass all das, all der Dreck und die Trümmer und die Häuserreste - dass die verschwunden sind. Wenn ich an die Bäume denke, die in den Häusern wuchsen, die Birken vor allem...“
Reinhard Kaiser