Skulpturen

Erwin Heerich - Monument

Im Park neben der Städtischen Gelerie wurde eine 4,80 m hohe Skulptur aus Basaltlava des Düsseldorfers Künstlers Erwin Heerich errichtet. Diese Skulptur besteht aus exakt vier gesägten Steinblöcken mit einer Seitenlänge von 120 cm. Diese Blöcke sind übereinandergestellt und untereinander verankert, daß sie als einzelne Teile sichtbar bleiben. Die Fugen wurden durch eingelegte Bleilager auf Abstand gehalten. Der untere und der obere Block sind in ihrer exakten Würfelform unberührt, die beiden mittleren Blöcke zeigen skulpturale Eingriffe, die regelmäßig und exakt ausgeführt sind. Der zweite Block von unten zeigt regelmäßige Schnitte an den Ecken, so daß aus dem Block ein achtseitiger Körper entsteht. Der zweite Block von oben gesehen ist in der Mitte seiner vier Seiten durch eine Spitznut zu einer regelmäßigen Dreiteilung gebracht. Im Arbeitsvorgang lassen sich zwei Phasen ausmachen: zuerst die Herstellung der exakten Körper, dann die auf die beiden Mittelstücke beschränkten skulpturalen Eingriffe in die Grundkörper. Die Eingriffe wirken sich im unteren zweiten Teilstück wie eine Zusammenziehung oder Verdichtung zur Säulenform aus, wobei der natürliche 'Facettenwuchs' der Lava durchaus analogisiert wird.Beim dritten Grundkörper wirken die Einschnitte wie Teilungen oder potentielle Zerlegungen des Blocks. Die Frontalansicht einer Fläche der Stele zeigt das Maßverhältnis, in dem die einzelnen Schnitte in den Blöcken zueinander stehen. Die Gesamtbreite einer Seite von 120 cm wird durch die Schnitte in je gleiche Abschnitte von 20 cm eingeteilt.
In den Flächen stehen jeweils drei Teilungen einander gegenüber.Der Wechsel der Flächen springt vor allem beim Umschreiten der 'Stele' ins Auge, wobei der Wechsel von Ausdehnung und Zusammenziehung in den beiden Mittelteilen zusätzlich den Eindruck von Bewegung erzeugt. Die an den beiden mittleren Blöcken vorgenommenen Segmentierungen erinnern an die Teilungsform einer Triglyphe beim griechischen Tempel dorischer Ordnung. Allerdings gelingt es Heerich, durch die Zerlegung der Teilungsvorgänge in zwei Ebenen und zwei Teilstücke eine Dialogform zu erzeugen, die die Plastik als ganze bestimmt und bewegt. Von einer 'Stele' kann hier im eigentlichen Sinne nicht die Rede sein. Heerichs Plastik ist eher ein 'Bauwerk' zu nennen, das aber nur in seiner äußeren Form zu betrachten, nicht zu betreten ist. Innerhalb des Gesamtwerkes gehört die Viersener Arbeit zu den Monumentalplastiken. Sie verträgt sich durchaus mit dem scheinarchitektonischen Charakter anderer Werke dieses Bereiches, z. B. der Plastik im Lanz'schen Park oder dem großen 'Tor' aus Basaltlava im Südpark zu Düsseldorf. Das Architektonische und das Plastische sind im Werke Heerichs intensiv miteinander verknüpft. Beides tritt hier im Viersener Park in eine freie Dialogform zur Natur. Die Anregung Viersener Bürger, im kleinen Park eine Vogeltränke zu installieren, hat Erwin Heerich zum Anlass für eine weitere plastische Arbeit genommen.