Grünanlagen im Städtebau


 -Bedeutung und Herausforderung

   
 

Grünflächen sind Funktionsräume des Städtebaus, sie haben eine ökologische, soziale und nicht zuletzt eine ästhetische Wirkung. Dies gilt für Großstädte, genauso wie für Mittelzentren, wie Viersen.

Die geschichtliche Entwicklung zeigt, dass gesellschaftliche Umbrüche auch zu einer Neubewertung und einer Neuorientierung der Grünsysteme unserer Städte führen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen vorausschauende Gartenarchitekten Grünanlagen zu planen, die vielfältige Funktionen für die Bürger der Städte erfüllen sollten. Die Städtebauausstellungen 1910 in Berlin und etwas später auch in Düsseldorf waren richtungsweisend. Robert Schmidt stellte Weichen mit seiner Erarbeitung zum General-Siedlungsplan. Fritz Encke, war als treibende Kraft der Motor der neuen Bewegung in der Gartenkunst.

Der zweite Weltkrieg stellte mit der Zerstörung ganzer Städte, eine weitere Zäsur dar. Der Wiederaufbau wurde in Deutschland von heftigen Kontroversen begleitet. In manchen Städten konnten sich die konservativen Kräfte durchsetzen, alles möglichst originalgetreu wiederaufzubauen, an anderer Stelle wurde die "autogerechte Stadt" umgesetzt. Mit der Ölkrise der 70er Jahren begann man sich über die ökologische Bedeutung vieler Eingriffe in den Naturhaushalt Gedanken zu machen, doch die Sparzwänge der vergangenen Jahrzehnte, haben die Grünflächen vielerorts an den Rand ihrer Existenz gebracht und sie mutieren zu Brachflächen und Müllplätzen.

Heute sprechen die Städteplaner vornehm von der "Urbanisierung" und meinen damit die Verdichtung und Überbauung der verbliebenen Freiflächen. Kaum zuvor in der Geschichte war es so wichtig den Wert und die weitreichende Bedeutung der grünen Räume einer Stadt den Bürgern und Verantwortlichen vor Augen zu bringen. Dabei lohnt sich ein Blick durch die Brille von Fritz Encke, um zu erkennen, dass seine Vorstellung von der gewaltigen Kraft und positiven Wirkung des "sozialen Grüns" aktueller nicht sein können.

   
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