Publikationen

- Jahreskarte 1997

Foto:
Willy Maiwald, Waschtag, ca. 1930
Die Kleinbildaufnahme "Waschtag", ein Frühwerk aus dem Jahr 1930,
annonciert einen vom Objekt faszinierten, zupackenden Fotografen, einen Augenmenschen mit großem malerischen Volumen.

Jahreskarte 1997 als

WILLY MAYWALD

1907 in Kleve geboren- 1985 in Paris gestorben

Die häuslich-ländliche Szene vom Niederrhein aus der Zeit vor dem Krieg steht im Gegensatz zu den glanzvollen Mode-Aufnahmen der Pariser Haute-Couture, mit denen Willy Maywald in den 50er Jahren berühmt wurde.
Der Sohn eines Hoteliers aus Kleve hat weit auseinanderliegende und unterschiedliche Positionen des Lebens in seiner Arbeit gleich wichtig genommen.
Nach seiner Studienzeit an den Kunstgewerbeschulen in Köln, Krefeld und Berlin ging er nach Frankreich. Die Kunst- und Modemetropole Paris, in der er von 1932 - 42 und von 1946 bis zu seinem Tod fast ununterbrochen lebte, bot ihm großartige Verbindungen und Motive für seine subtil gebauten Bilder. Seiner niederrheinischen Heimat blieb er trotz Verlust seines väterlichen Hotels und seines künstlerischen Frühwerks durch Luftangriffe auch über die schweren Jahre verbunden, wobei die Künstlerfreunde am Niederrhein, Lamers, Teuber, Brüx, Mataré und Beuys, ihn zur ernsten Fotoarbeit ebenso herausgefordert haben wie die großen Stars seiner Zeit in Frankreich, Picasso, Braque, Leger, Matisse, Le Corbusier, Rouault, Cocteau und viele andere.

Maywald hat dem Künstlerporträt und der Atelieraufnahme eine neue monumentale Qualität verliehen, in der Komposition und Stimmung zu fundamentalen Aussagen über den Porträtierten und seine Kunst werden. Sehr früh schon wurden seine Fotografien ausgestellt und publiziert, z. B. in Paris, Düsseldorf, Genua, New York, Philadelphia und Houston, in Galerien, Zeitschriften und Büchern. 1985 erschien Willy Maywalds Autobiographie "Die Splitter des Spiegels" in München.

Joachim Peter Kastner