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- Jahreskarte 1999

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In der monatlich erscheinenden Zeitschrift "Was bietet Viersen" (1948 - 1962) veröffentlichte Ernst Klusen in dieser Form niederrheinische Volkslieder, die von Hanns-Josef Kaiser illustriert wurden

Jahreskarte 1999 als

ERNST KLUSEN

Geboren am 20 2 1909 m Düsseldorf, aufgewachsen in Krefeld, studierte Klusen in Köln Musikwissenschaft, Germanistik und Schulmusik. Nach der Referendarzeit lehrte er als Studienassessor m Krefeld und von 1938 an in Viersen an der Oberschule für Jungen. Seine Fächer: Musik und Deutsch Im selben Jahr wurde er in Bonn zum Dr phil promoviert. Seine Dissertation "Das Volkslied im niederrheinischen Dorf" basierte auf Studien in Hinsbeck. 1938 begann er das Niederrheinische Volksliedarchiv in Viersen aufzubauen. 1939 wurde er zum Studienrat ernannt. Seine Schuler sind ihm dankbar für seinen anregenden Unterricht, der damals von national-sozialistischen Gedanken nicht infiziert war. Im Dezember 1940 mußte er Soldat werden. Er hatte 1935 seine "Jugendliebe" Gertrud Arnold geheiratet, 1936 wurde ihr Sohn geboren, 1941 ihre Tochter.

Nach der Heimkehr aus der Gefangenschaft 1946 unterrichtete er wieder an der Viersner Schule, die jetzt Altsprachliches Gymnasium mit neusprachlichem Zweig hieß Sein Wirkungsfeld erweiterte sich: Er war Mitbegründer und Leiter der VHS (1947-61), Fachleiter für Musik am Krefelder Studienseminar, Leiter des Rhein. Volksliedarchivs in Bonn, Mitarbeiter beim WDR. Es ergaben sich internationale Verbindungen.

Nach langer Krankheit starb 1960 seine Frau. 1961 heiratete er seine zweite Frau, Margarete Schilling, die 1980 verstarb.

Klusen folgte 1961 einem Ruf an die Päd. Hochschule Neuß Sein Fachgebiet: Musikerziehung und Musikalische Volkskunde. 1962 wurde er Professor: 1963 gründete er das Institut für Musikalische Volkskunde, das heute an der Universität Köln angesiedelt ist. Als Wissenschaftler und Hochschullehrer hat Klusen seine Disziplin maßgeblich mitgeprägt. Dem Volksliedbegriff setzte er den sachlicheren Begriff "Gruppenlied" entgegen. Neben den Liedern, ihren Formen, ihrer Geschichte, interessierte ihn der singende Mensch, die Funktion des Liedes in den Gruppen. Soziologische, psychologische, anthropologische und philosophische Aspekte spielten zunehmend eine Rolle. Zahlreich sind Klusens Veröffentlichungen. Zu ihnen gehören auch Liederbücher, die Pflege des Liedgesangs sollte nicht zu kurz kommen. Erwähnenswert ist auch sein Interesse an der Entwicklung der Kirchenmusik.

Sein Alterswerk, an dem er nach der Emeritierung (1976) viele Jahre gearbeitet hat, kann man als die Summe seiner wissenschaftlichen Forschungen ansehen: "Ernst Klusen, Singen - Materialien zu einer Theorie", Regensburg,1989. Komponiert hat er u a 3 Streichquartette, 1 Bläserquintett, 1 Doppelkonzert für Cello, Fagott und Streichorchester, 1 Kammeroper, Bühnenmusiken und viele Liedsatze. 1977 erhielt er den Rheinlandtaler, 1978 den Benediktpreis der Stadt Mönchengladbach und 1981 die Ehrenplakette der Stadt Krefeld.1989 wurde der von der Stadt Viersen alle zwei Jahre ausgelobte und mit 10.000 DM dotierte Förderpreis für junge Künstler und Wissenschaftler nach Ernst Klusen benannt.

Am 31 Juli 1988 starb Ernst Klusen in Bad Segeberg. Begraben wurde er in Viersen.