Publikationen

- Jahreskarte 2004

GUSTAV RENÉ HOCKE

Wie Sie auf dem Foto der Jahreskarte unschwer erkennen können, hat Hocke als Sohn des Viersener Kaufmanns Josef Hocke und seiner Frau Anna (geb. De Nève) in Viersen gelebt, und zwar von 1919 bis 1929. Seine Lebenserinnerungen sind unter dem Titel "Im Schatten des Leviathan" soeben veröffentlicht worden.
(s. nachfolgenden Hinweis)
Sollten Sie an den Lebenserinnerungen interessiert sein, die seine Viersener Zeit betreffen, so sei Ihnen unsere Publikation Nr. 16 "Hommage à Gustav René Hocke" in der Schriftenreihe "Viersen - Beiträge zu einer Stadt" zu 12,50 € empfohlen. Dort befasst er sich literarisch mit der niederrheinischen Landschaft, den Schlittenfahrten auf dem Hohen Busch, der damaligen Hauptstraße ("ein Corso in provinzieller Miniatur"), dem kulturellen Leben Viersens und dabei insbesondere mit den Viersener Sinfoniekonzerten sowie dem zwangsläufigen Verweis vom "Huma" ( "meinen Eltern wurde kurz vor dem Ende des Untersekunda-Jahres wegen meines häufigen angeblich ungebührlichen Benehmens der Rat erteilt, mich von dieser Anstalt zu erlösen"). Es ist eine köstliche Lektüre, die vom Inhalt her nichts an Aktualität verloren hat.

Im Schatten des Leviathan - Lebenserinnerungen 1908 - 1984
Gustav René Hocke (1908)-1985) ist vor allem durch seine Manierismus-Werk (1957/59) bekannt geworden. Mit diesem entfachte er die Debatte um Tradition und Form, aber auch um die ästhetischen und sozialen Voraussetzungen der Künste neu. Die hier veröffentlichen Memoiren entstanden während rund 20 Jahren neben Hockes journalistischer Tätigkeit und einem umfangreichen wissenschaftlichen sowie essayistischen Werk. Sie reichen fast bis zu seinem Tod im Jahre 1985. In ihnen zeichnet Hocke nicht nur seinen bewegten Lebensweg nach, sondern gibt aus persönlicher Sicht Einblicke "hinter die Kulissen" von Politik und Gesellschaft seiner Zeit. Ein wesentlicher Teil des 20. Jahrhunderts wird durch ihn als kritischen Beobachter wieder lebendig. Hocke war stets an politischen und kulturellen Brennpunkten präsent: Sei es als junger, nicht nazistischer Journalist im Dritten Reich, sei es als Korrespondent in Italien, im Krieg oder in amerikanischer Gefangenschaft, wo er mit Alfred Andersch und Hans Werner Richter die Zeitschrift "Der Ruf" gründete, eine der Keimzellen der deutschen Nachkriegsliteratur.
Zahlreiche Zitate. literarische Anspielungen und Personen werden in einem ausführlichen Kommentar erläutert. Eine Werkbibliographie gibt einen Überblick über Hockes Schaffen; ein Personenregister erschließt den Band.